Zeitschriftenmarkt

Gruner + Jahrs neues Wochenmagazin "frei!" stellt sich nach Einschätzung von Guido Friebel, Director Print bei ZenithOptimedia, als "nicht so neu und innovativ dar wie er angekündigt wurde".

2016-02-17

Auf Anfrage des Mediendienstes "Meedia" gab Guido Friebel, Director Print ZenithOptimedia, eine Einschätzung des neuen G+J Weekly "frei!".

"Mit den Bereichen Service! und Spass! deckt "frei!" alle klassischen Bereiche wie Reisen, Kochen, Wellness, Mode, Service und Rätsel ab. Neu ist der Bereich News!, wo aktuelle Themen der Woche besprochen werden, sowie jeweils die ,7 Top-Storys der Woche', die sich sowohl mit Prominenten, als auch mit aktuellen Themen befassen.

Sollte dieser Zusatznutzen angenommen und tatsächlich Leserinnen von den wöchentlichen Ratgeber-/People-Magazinen abspenstig gemacht werden können, so könnte der Titel durchaus funktionieren. Ob dies jedoch geschieht ist eher fraglich. Leserinnen sehen in der Regel sehr schnell, ob es sich bei einem Titel tatsächlich um etwas Neues handelt. Ein gutes Beispiel ist der erfolgreiche Start von "Barbara" (ebenfalls G+J).

Nach der ersten Momentaufnahme stellt sich "frei!" aus unserer Sicht von den Inhalten und der Aufmachung nicht als so neu und innovativ dar, wie er angekündigt wurde. Da täuschen auch die hochwertigere Haptik und der höhere Copy-Preis nicht drüber hinweg. Ob und wieviel von der anvisierten hohen Druckauflage wöchentlich in verkaufte Auflage umgemünzt werden kann, bleibt also ungewiss. Doch nur so wird der Titel im Massenmarkt der wöchentlichen Titel bestehen und sich auf Dauer etablieren können.

Im Anzeigenmarkt ist "frei!" in erster Linie für Beauty, Pharma, und Lifestyle-Kunden interessant. In den ersten Ausgaben werden viele Kunden die werbliche Unterstützung vom Verlag selbst und die Neugier der Leserinnen ausnutzen und mit an Bord sein. Sollte der Titel allerdings keinen tatsächlichen Erfolg haben, wird hier sehr schnell wieder ein Rückzug stattfinden. Für die Kunden ist es wichtig gesehen zu werden und nicht in Schönheit unterzugehen.

Den ganzen Artikel, auch mit den Einschätzungen der Print-Experten anderer Agenturen, gibt es hier.