"Der Verkauf von ,Cicero' ist nachvollziehbar"

Die Verlagsgruppe Ringier trennt sich von „Cicero“ und “Monopol“. Das mag aus intellektueller Sicht bedauerlich erscheinen, sagt Thorsten Stork, wirtschaftlich sei es aber nachvollziehbar. Für die Chefredakteure, die beide Titel im Rahmen eines Management Buy-outs übernehmen, stellen sich neue Herausforderung, wenn sie Werbekunden dauerhaft überzeugen wollen.

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"Dass Ringier hier eine Portfoliobereinigung vornimmt und sich von kaum gewinnträchtigen Titeln wie „Cicero“ und “Monopol“ trennt, mag aus intellektueller Sicht bedauerlich erscheinen, ist aus ökonomischer Sicht jedoch absolut nachvollziehbar. Ringier fokussiert sich fortan wieder auf Titel, die sich an breitere Zielgruppen richten. Der Management Buy-out ist eine Möglichkeit, Titeln, die nicht vermarktungsstark sind, ihren Leserkreis aber durchaus gefunden haben, eine neue Zukunft zu geben. Das zeigen frühere Beispiele wie „Brand Eins“ und „Emotion“. Der Erfolg, sprich: die wirtschaftliche Profitabilität, liegt dort in der Spitze der Zielgruppe und der Einzigartigkeit des Zeitschriftenprofils. „Cicero“ und „Monopol“ sind beide für sich gesehen anspruchsvolle, aber bis dato defizitäre, Magazine für eine intellektuelle Zielgruppe mit Sinn für die politisch-gesellschaftliche Auseinandersetzung einerseits, sowie Interesse an zeitgenössischer Kunst andererseits. Ob ihr derzeitiges Profil für einen unabhängigen Kurs ausreicht, ist fraglich. Hier stehen die Chefredakteure Christoph Schwennicke und Alexander Marguier vor der Herausforderung, das Profil weiter zu schärfen und einen einzigartigen Charakter zu formen, der die Titel in der Nische erfolgreich macht."

Das Statement von Thorsten Stork erschien am 22. Februar 2016 in dem Artikel "Verkauf von ,Cicero' und ,Monopol' nachvollziehbar" in der Fachzeitschrift "New Business".